Manch einer möchte es erst wahrhaben, wenn die Arme "zu kurz" sind: Alterssichtigkeit. Hinter diesem zugegeben etwas diskriminierend klingendem Begriff verbirgt sich der Verlust der Fähigkeit zu Nah-Akkomodation.
Häh?
Nochmal langsam. Ab dem 50. Lebensjahr tritt bei vielen Menschen die sogenannte Altersweitsichtigkeit auf. Hierbei verliert das Auge die Fähigkeit, auf geringe Entfernung "scharf" zu stellen. Diese Fähigkeit wird auch Nah-Akkomodation genannt. Da man in etwas weiterer Entfernung noch gut sehen kann, halten Menschen mit beginnender Alters(weit)sichtigkeit (Presbyopie) die zu lesenden Objekte immer weiter weg.
Lässt sich eine reine Kurz- oder Weitsichtigkeit noch prima mit einer normalen Brille oder Kontaktlinse ausgleichen, wird es schwer, wenn vor dem eintreten der Alterssichtigkeit schon eine Kurzsichtigkeit bestand. Diese wird Dummerweise nicht ausgeglichen, sondern man hat dann das Problem, in der Nähe, sowie in der Ferne gleichermaßen schlecht sehen zu können. Doch hier gibt es eine Lösung:
Eine Brille (oder Kontaktlinse) mit mindestens zwei Stärken.
Solch eine Bifokalbrille oder Bifokalkontaktlinse hat allerdings "nur" 2 Sehstärken ohne Übergangsbereich. Damit man aber auch auf mittlere Entfernungen exakt sehen kann, wurde die Gleitsichtbrille entwickelt. Diese erreicht mit 3 unterschiedlichen Sehzonen und fließenden Übergängen einen maximalen Kompromiss, um alle Anwendungen des Sehens zu berücksichtigen.
Doch dass es am Ende wirklich ein Kompromiss ist, sieht man an den vielfachen Fragen zu Problemen mit Gleitsichtbrillen. Ist die Eingewöhnung schon recht anspruchsvoll, kommen einige überhaupt nicht mit einer Gleitsichtbrille zurecht. Manch einer kommt im Allgemeinen gut klar, hat aber Probleme mit der Gleitsichtbrille am Bildschirmarbeitsplatz .
Brille oder Kontaktlinse?
Das Gegenstück zur Gleitsichtbrille ist eine Gleitsichtkontaktlinse. Diese wird aber normalerweise als multifokale Kontaktlinse bezeichnet. Die Integration der unterschiedlichen Sehzonen ist bei einer Kontaktlinse wesentlich schwieriger als bei einer Brille. Ist für die Brille der Durchblickwinkel für die Sehzone entscheidend, sieht man durch eine Kontaktlinse immer gleich, da diese ja direkt auf dem Auge sitzt.
Trotzdem ist es gelungen, verschiedene Stärken in eine Linse zu bekommen. Hier nutzt man unterschiedliche Zonen, die zur gleichen Zeit aktiv sind und lässt das Gehirn die "richtigen" Bilder herausfiltern. Eine Eingewöhnungszeit ist sowohl bei der Brille als auch bei der Kontaktlinse nötig, aber an die Brille gewöhnen sich die meisten schneller.
Der Vorteil einer Kontaktlinse ist die Bewegungsfähigkeit und das Fehlen unscharfer Randbereiche. Weiterhin wird bei Modernen Kontaktlinsen aus Silikon-Hydrogel eine hohe Sauerstoffversorgung gewährleistet. Eine der neuesten Entwicklungen auf dem Markt multifokaler Kontaktlinsen ist die Acuvue Oasys for Presbyopia. Einer multifokalen 2-Wochenlinse vom Hersteller Johnson&Johnson.
Anpassung wichtig!
Elementar für ein gutes Ergebnis bei Brille oder Kontaktlinse ist die Anpassung beim Augenarzt oder Optiker. Hierbei hat meist der Optiker einen Vorteil, durch mehr Auswahl und die größere Nähe zum Kunden. Der richtige Optiker untersucht dabei nicht nur das Auge, sondern nimmt sich die Zeit, den Kunden nach Lebensgewohnheiten und der individuellen Art des Sehens zu befragen. Denn nur so kommt man zu einem Ergebnis, mit dem alle zufrieden sind.
Montag, 5. August 2013
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