Werden Kontaktlinsen über eine gewisse Zeit getragen, bedarf es grundsätzlich einer regelmäßigen täglichen Pflege. Dies gilt grundsätzlich für die 2-Wochen- und Monatskontaktlinsen sowie für Modelle, welche noch längere Austauschintervalle besitzen.
Bei Kontaktlinsen-Pflegemitteln werden verschiedene Systeme unterschieden, welche über spezielle Vor-/Nachteile verfügen. Die wichtigsten Systeme, da sie am häufigsten genutzt werden, sind Kombilösungen (sogenannte All-In-One-Lösungen). Die zweite Gruppe der Pflegemittel sind Peroxydlösungen. Des Weiteren gehören Kochsalzlösungen sowie Enzymreiniger (Proteinentferner) und Nachbenetzungslösungen zu den üblichen Pflegemitteln für Kontaktlinsen.
Werden Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen getragen, muss das jeweilige Pflegemittel speziell für diese Modelle geeignet sein. Diese Art Kontaktlinsen sind oftmals auch als sogenannte Dauertragelinsen (Tag- und Nachtlinsen) ausgewiesen, welche theoretisch vierzehn beziehungsweise sogar dreißig Tage durchgehend getragen werden können. Trotz aller Vorteile sollten Dauertragelinsen mindestens einmal je Woche gepflegt werden. Meistens werden derartige Durchtragemöglichkeiten nur äußerst selten genutzt und die Tag- und Nachtlinsen bekommen die gründliche Pflege wie klassische Kontaktlinsen sie auch benötigen. Für das jeweilige Auge ist es auf jeden Fall angenehmer.
Für eine Pflege mit Peroxydlösungen werden mehrere Komponenten benötigt, was bei den praktikablen Kombilösungen nicht mehr notwendig ist, da die Lösungen kombiniert innerhalb einer Flasche (All-In-One-Lösung) verfügbar ist. Diese Lösungen eignen sich optimal zum Desinfizieren und Reinigen sowie als Pflegemittel und Aufbewahrungsort. Um die Kontaktlinsen derart aufzubewahren, müssen diese vorher unbedingt gründlich gereinigt werden. Dabei werden die Linsen mit gut gereinigten Händen unter fließendem Wasser sorgfältig abgerieben. Danach können die Linsen in die Kombilösung eingelegt werden.
Kombilösungen - die am häufigsten genutzte Variante
Eine Kombilösung bietet zudem den Vorteil, dass die Linsen nochmals abgespült werden können, bevor sie in das Auge gesetzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit die Kontaktlinsen während des Tages für kurze Zeit (etwa zehn Minuten) in die Kombilösung zu legen, sodass frisch desinfizierte Linsen zur Verfügung stehen. Handelt es sich beispielsweise um eine "No-Rub-Lösung", soll nach Herstellerangabe das Abreiben der Linsen nicht mehr notwendig sein, da die Kombilösung eine selbstreinigende Wirkungsweise besitzt. Hierbei sollten die Nutzer beachten, dass die Linsen so lediglich desinfiziert werden, jedoch die eventuellen Ablagerungen nicht vollständig entfernt sind.
Reinigen "No-Rub"-Pflegemittel wirklich gründlich genug?
Das sogenannte "No-Rub" bietet somit keinerlei Garantie. Wollen Kontaktlinsennutzer absolut sicher sein, bieten sich Proteinentfernungs-Tabletten an. Diese werden in gewissen Abständen mit in den Kombilösungsbehälter gegeben, sodass mögliche Proteinablagerungen wesentlich besser entfernt werden. Da Kombilösungen Konservierungsstoffe enthalten, können eventuell Beschwerden auftreten. Der Handel bietet diverse Lösungen dieser Art an und jeder Nutzer kann unterschiedliche Produkte ausprobieren. Manchmal ist es ratsam direkt zu einer Peroxydlösung zu greifen, wobei im Zweifelsfall auch eine kompetente Beratung weiterhelfen kann.
Peroxyd-Pflegemittel
Peroxydlösungen werden in Einstufen- und Zweistufensysteme eingeordnet. Einerseits müssen die Linsen bei beiden Systemen über eine längere Zeitspanne im Reinigungsbehälter verbleiben und dürfen nie direkt mit der jeweiligen Lösung abgespült werden! Andererseits enthalten Peroxydsysteme keinerlei Konservierungsstoffe, wodurch empfindliche Kontaktlinsenträger wesentliche Vorteile genießen können.
Peroxydsysteme benötigen stets zwei Komponenten. Das Einstufensystem der Peroxydlösungen ist daher etwas irreführend, da als zweite Komponente keine zusätzliche Lösung, sondern ein spezieller Kontaklinsenbehälter die zweite Stufe bildet. Er befindet sich in jeder Pflegemittelpackung und besitzt einen integrierten Katalysator (meistens als Scheibe auf dem Behälterboden). Werden die Linsen im Behälter mit der Peroxydlösung aufgefüllt, reinigt das intensiv wirkende Peroxyd sie optimal. Mithilfe des integrierten Katalysators wird über einige Stunden die Peroxydlösung in eine Kochsalzlösung umgewandelt.
Wird eine Peroxydlösung schlicht benutzt, tritt ein äußerst starkes Brennen in den Augen ein. Die Augen sollten hierbei schnellstmöglich mittels klaren Wassers gespült werden. Bei anhaltenden Beschwerden muss ein Arzt hinzugezogen werden. Das Zweistufensystem (2-Stufen-Peroxydsystem) funktioniert ähnlich der Einstufenlösung. Allerdings ist hierbei kein Spezialbehälter notwendig, da eine Peroxydlösung sowie ein Neutralisierer angewandt werden. Das Peroxyd reinigt die Linsen dabei perfekt und wird mittels der Neutralisationslösung innerhalb mehrerer Stunden in eine harmlose Kochsalzlösung umgewandelt.
Proteinentferner (Enzymreiniger)
Bei Proteinentfernern (Enzymreiniger) handelt es sich um keine ausschließliche Reinigungsmöglichkeit der Kontaktlinsen. Sie bilden nur den Zusatz zu einer normalen Kombilösung. Spezielle Enzyme entfernen somit Proteine, welche sich auf den Linsen abgelagert haben. Proteinentferner müssen nicht unbedingt angewendet werden, falls doch sind sie nicht jeden Tag notwendig. Mit einer oder zwei Anwendungen innerhalb einer Woche lassen sich bereits äußerst gute Ergebnisse erreichen.
Augentropfen
Nachbenetzungstropfen unterstützen Kontaktlinsenträger, falls während längerer Tragezeiten der Linsen diese austrocknen und auf dem Auge reiben. Sie werden ähnlich den klassischen Augentropfen in das betreffende Auge geträufelt. Als besonders anhaltend überzeugen Tropfen mit dem Wirkstoff Hyaluron, da dieser Stoff eine Verdunstung der Flüssigkeit vermindert.
Augentropfen kann man zum Glück überall erhalten, die meisten Apotheken haben Nachbenetzungstropfen im Programm. Durch das umfangreiche Angebot hat man fast schon die Qual der Wahl.
Kombilösungen und vor allem Peroxydsysteme gibt es nur beim Optiker oder über Kontaktlinsenversender.
Kombilösungen und vor allem Peroxydsysteme gibt es nur beim Optiker oder über Kontaktlinsenversender.
Was ist nun das Beste Pflegemittel?
Für den normalen Linsenträger ist eine Kombilösung wohl die praktischste Wahl. Einfach in der Anwendung und in kleinen Mengen erhältlich kann die Kombilösung jederzeit am Start sein. Hier sollte man auch bei "no-Rub" Produkten auf das abreiben nicht verzichten. Peroxyd-Systeme reinigen gründlicher, sind dafür umständlicher in der Handhabe.
Abschließend bleibt nur noch der Hinweis, dass Jucken oder Brennen im Auge oft durch zu alte Kombilösungen hervorgerufen werden und meist nicht an der Kontaktlinse selber liegen. Hier hilft der Umstig auf Peroxyd-Lösungen, die durch den Verzicht auf Konservierungsstoffe naturgemäß keine Irritationen verursachen. Wer also empfindliche Augen hat, sollte trotz Mehraufwand eine Peroxyd-Variante wählen. Welche ist dabei vollkommen unerheblich.
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